Voller Erfolg bei den 3. Balver Begegnungen

2015-07-06 Laumann PodiumEinen rundum gelungenen Abend haben die Gäste auf Einladung vom CDU-Stadtverband und vom Stadtmarketing im Dachgeschoss des Gesundheitscampus bei tropischen Temperaturen verbracht. Aus Berlin war der Staatssekretär

und Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, angereist, um sich über den Umbau und die Nachnutzung des Krankenhauses zu informieren. Aber vor allem wollte er mit den 80 Gästen über die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum diskutieren. Bevor es jedoch um die zukünftige Ausgestaltung des Gesundheitssystems ging, ergriff der Geschäftsführer des Gesundheitscampus Sauerland, Ingo Jakschies, das Wort und richtete den Blick zurück. Er sei froh über die Entwicklung, die 50 Beschäftigten und vor allem über das bürgerschaftliche Engagement, welches den Standort Balve auszeichnet und schloss mit einer positiven Aussage, dass man noch viel vorhabe.

Karl-Josef Laumann sprach den Betreibern ein großes Lob aus und war erstaunt darüber, dass solch eine Nachnutzung eines abgewickelten Krankenhauses möglich sei, was er bisher in solch einem Ausmaß bisher noch nicht erlebt hatte. Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, dass die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zukünftig eines der entscheidendsten Themen sei. Deutlich machte er dies im Vergleich zu Bevölkerung in den Städten. Hier würden nur 40 Prozent der Bevölkerung leben, die jedoch eine deutlich bessere ärztliche Versorgung vorfinden. Nach seinem Gerechtigkeitsempfinden müssen die anderen 60 Prozent, die ebenso in die Krankenkasse einzahlen, ein Anrecht auf die gleiche gesundheitliche Versorgung haben. Aus Sicht von Laumann müsse der Haus- oder Landarzt dabei eine zentrale Rolle spielen. Er müsse als ein Lotse im Gesundheitssystem fungieren, welches immer komplexer wird. Gleichzeitig stellte Laumann jedoch fest, dass es immer schwieriger werde, junge Mediziner in die ländlichen Regionen zu locken. Zudem würden viel zu wenige Studienplätze vorgehalten. Insbesondere in Westfalen, die nur über drei und das Rheinland über fünf Fakultäten verfüge. Auf 1 Platz würden 10 Bewerber kommen. Auch machte der Staatssekretär ein geändertes Freizeitverhalten aus und verdeutlichte, dass für 100 wegfallende Ärzte 130 Mediziner ausgebildet werden müssen. Spüren würde man dies bereits heute mit immer weniger niedergelassenen Ärzten.2015-07-06 Laumann Publikum460

Mit Laumann diskutierte der Geschäftsführer für Unternehmensentwicklung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Thomas Müller. Balve ist aus Sicht der KVWL noch ausreichend versorgt. Er rief aber dazu auf, die Versorgung auf dem Land attraktiver zu machen und verwies in diesem Zusammenhang gleich auf mehrere Programme der KVWL. Kooperationen würden eine entscheidende Rolle spielen, um die Zusammenarbeit wie in Balve zwischen den niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern zu verbessern. Im Anschluss ergab sich eine muntere Diskussion. Einig waren sich die Teilnehmer, man müsse sich im Sauerland nicht verstecken, sondern die Vorteile herauskehren. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig der Anstoß zu dieser Diskussion war.