Wo ist Lorenz Schnadt?

Diese Frage muss man sich stellen, angesichts der widersprüchlichen Berichte, die wir in der letzten Woche lesen konnten.

Am Montag der letzten Woche kam die Meldung, dass Lorenz Schnadt zu einem Auslandseinsatz in Richtung Afghanistan aufbricht, am Donnerstag dann die Meldung, dass er der Bürgermeisterkandidat der UWG für Balve sein soll.

Am vergangenen Samstag dann nochmal die Meldung, dass Herr Schnadt jetzt in Afghanistan wirkt, obwohl er bereits mehrmals im Laufe der Woche in Garbeck gesichtet wurde.

Da kann man schon mal den Überblick verlieren.

Neben dieser Frage sind es aber vielmehr die Äußerungen die ein Polizei Oberrat der nordrhein-westfälischen Polizei über sein neues Betätigungsfeld und die Menschen, in diesem von Krieg seit vielen Jahren gebeutelten Land, äußert, die uns, als in einem rechtsstaatlichem System lebenden Menschen, mehr als zu denken geben.

Wenn Herr Schnadt in der Zeitung mit Aussagen zitiert wird wie: "Ich weiß, dass die Luft in Kabul sehr bleihaltig ist….." oder "Ich kann aus jeder Pfütze trinken. Und sollte ich einmal sterben, dann muss ich, als Sondermüll entsorgt werden", dann zeugt dies von einer Einstellung gegenüber den Einsätzen unserer Bundeswehrsoldaten und deutschen Polizisten in Afghanistan, die in bester John Wayne Manier durch Herrn Schnadt in ein verharmlosendes Gut und Böse Spiel gestellt werden.

Jeder, der Angehörige oder Bekannte in seinem Freundes oder Bekanntenkreis hat, die bereits in Afghanistan waren oder sind, muss sich bei diesen Aussagen veralbert vorkommen, wenn der Eindruck vermittelt wird, das man mal eben "da runter fährt" und mal eben "alles richtet". Dies zeigt für uns eine Respektlosigkeit gegenüber den Soldaten/innen und Polizisten/innen, die bereits in Afghanistan waren und zum Teil mit schweren psychischen Belastungen nach Deutschland zurückgekehrt sind.

Ebenso vermittelt Herr Schnadt in dem Interview den Eindruck, dass es bei den lebensgefährlichen Einsätzen in Afghanistan zumeist die "Amerikaner" wären, die zur Zielscheibe der Terroristen werden. Ist also folglich das Leben eines Amerikaners weniger Wert als die eines deutschen Polizisten, wenn Herr Schnadt daraus seine "Zuversicht" nimmt, dass ihm wohl nichts passieren wird?

Die Aussagen von Lorenz Schnadt gipfeln aber dann in dem Zitat: "Derzeit sind es 200 Polizisten, denen staatliches Denken eingeimpft werden muss". Welch geistig Kind ist Herr Schnadt, wenn er mit einem solchen Demokratieverständnis angehenden Polizisten bei ihrer mehr als schweren und lebensgefährlichen Aufbauarbeit im eigenen Land helfen soll.

Auf was müssen wir uns nach seiner Aufstellung zum Bürgermeisterkandidaten gefasst machen? Will Lorenz Schnadt der Balver Bevölkerung dann ebenfalls bürgerschaftliches Handeln "einimpfen"?

Guido Grote                Johannes Schulte
CDU Vorsitzender       CDU Fraktionsvorsitzender