Leserbrief vom CDU Ratsmitglied Tobias Müller zur Stellungnahme von Lorenz Schnadt am 15. Dezember 2012

Müller Tobias150Sehr geehrter Herr Schnadt,

auch wir als CDU halten das aktuelle politische Klima für belastend und wenig zielführend. Man muss aber dazu sagen, dass sich die Anfeindungen und Emotionen im Wesentlichen zwischen der CDU und der UWG hochschaukeln. Da fragt man sich natürlich, warum das Miteinander mit der SPD deutlich sachlicher und fairer abläuft. Die Antwort ist ganz einfach: Weil es gerade die UWG ist, die immer wieder provoziert und die CDU als Mehrheitspartei attackiert.

Allerdings treffe ich mit dieser Verallgemeinerung vermutlich viele UWG - Mitglieder zu Unrecht, denn die Leserbriefe und Attacken kommen ja in der Regel von Ihnen alleine, Herr Schnadt. Wenn Sie also ernsthaft etwas an dem politischen Stil in Balve ändern wollen, sollten Sie hier mit einem guten Beispiel vorangehen und auf die ständigen, nur Ihrer Selbstprofilierung dienenden, Stellungnahmen und Wortbeiträge außerhalb des Rathauses verzichten. Denn dem aufmerksamen Zeitungsleser wird kaum entgangen sein, dass es wohl keinen Balver Bürger gibt, der im vergangenen Jahr auch nur annähernd so viele Stellungnahmen und Leserbriefe in der heimischen Presse veröffentlich hat wie Sie.

Da diese Leserbriefe neben den Angriffen auf die CDU zudem oft sachlich falsche Darstellungen beinhalten ist leicht nachvollziehbar, dass die CDU wiederum hierauf reagiert (so ist auch dieser Leserbrief als Reaktion auf Ihre Stellungnahme am vergangenen Samstag zu verstehen).

Dass sich die UWG und die CDU ständig auf Konfrontationskurs befinden liegt aber auch an der Art und Weise, wie die UWG ihre politische Meinungsbildung betreibt. Die UWG lässt nämlich i.d.R. die CDU die oft mit viel Zeit und Mühe verbundene Vorarbeit machen, wartet ab bis sich die CDU eine Meinung gebildet hat und nimmt dann automatisch den exakt entgegengesetzten Standpunkt ein. Bedingt durch diesen Automatismus wird deutlich, dass die UWG und die CDU immer gegensätzlicher Meinung sind (sein werden?) und somit die Konfrontation zwischen diesen beiden Parteien vorprogrammiert ist.

Insofern können Sie sich jetzt nicht hinstellen und den rauen politischen Umgangston anprangern, wenn genau dieser durch Ihr Verhalten doch erst provoziert bzw. hervorgerufen wird. Und wie Sie zu der Einschätzung kommen, Ihre Äußerungen seien nicht persönlich und nicht verletzend, kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich erinnere hier nur an die letzte Ratssitzung, in der Sie unseren Fraktionsvorsitzenden Johannes Schulte als "Fraktionsvorsitzenden 3. Wahl" bezeichnet haben.

Abschließend möchte auch ich mit einigen guten Wünschen zum Jahreswechsel enden:

In diesem Sinne wünsche ich sowohl Ihnen als auch allen Balver Politikern und Bürgern besinnliche und friedsame Weihnachtstage sowie einen guten Rutsch in ein neues und hoffentlich gutes (besseres?) Jahr 2013.

Tobias Müller
CDU - Ratsmitglied