2012-01-27 CDU Bezirk Wald500

Südwestfalen hat nach den Verwüstungen des Orkans Kyrill vor fünf Jahren zupackend gehandelt. Die Schäden von Kyrill sind inzwischen bewältigt - ob die Folgen gemeistert sind, wird sich aber erst in einigen Jahren zeigen", stellte der Vorsitzende der CDU-Südwestfalen, Klaus Kaiser MdL, jetzt fest. Mit einem Ortstermin informierte sich der geschäftsführende Vorstand über die Lage in den ehemaligen Katastrophengebieten, ehe die regionale Parteiführung in Balve-Eisborn zur Jahresklausur zusammenkam. Der seinerzeitige Schaden im NRW-Wald belief sich auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Allein im Märkischen Kreis stürzten 4 Mio Bäume um, führte Landrat Thomas Gemke vor einer Schadensfläche am Waldrand des Ortsteils Blintrop aus. Er begleitete die CDU-Politiker, Kaiser, Thorsten Schick (Kreisvorsitzender Mark), Wolf-gang Exler MdL, Johannes Schulte (Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Balve) und Guido Grothe (Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Balve).

Georg Cormann vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW und Waldbesitzer Tobias Müller ("Zwei Drittel unseres Waldes wurden geknickt") schilderten, dass vor allem Klima und Wetter Sorgen beim Wiederaufwuchs machen. Zu trockene Frühjahre und feuchte Som-mer bedeuten erhebliche Rückschläge auf manchen Flächen. "Wir brauchen jetzt viel Ausdauer und Mut, neue Wege im heimischen Waldbau zu erproben", istCormann über-zeugt.

Dazu gehört der Einsatz neuer Baumarten, die bisher untypisch in der Region waren wie Weißfichten und Nobilistannen. Bei den stärker werdenden Laubwäldern kommen nicht nur Buchen, sondern auch Kirscharten oder Waldpappeln zum Einsatz.

Eine "ideologische Waldpolitik nur für Laubholz darf es nicht geben", so die CDU-Politiker Wolfgang Exler MdL und Thorsten Schick (beide CDU MK). Deutschland sei als Industrie-land viel zu stark auf rasch wachsende Nadelhölzer angewiesen und ebenso die heimi-schen Waldbauern. Da es für die Fichten günstige "Sauerländer Sauwetter" immer weniger gebe, müssten zum Klimawandel passende, neue Sorten zum Einsatz kommen. Laubwald komme dabei als Vor- und Schutzwald und zur Energiegewinnung aber eine deutlich größere Bedeutung zu. Es sei auch "richtig, die Katastrophe Kyrill, deren Wirkung einem Jahrhunderthochwasser am Rhein nicht nachsteht, aber im Land viel weniger wahrgenommen worden sei, im Ge-dächtnis Südwestfalens zu bewahren". Der "Kyrillpfad" und einzelne Informationspunkte, die u.a. als Regionale-Projekte eingerichtet werden, würden dazu beitragen, meint die CDU-Südwestfalen.

Hintergrund Sturm Kyrill:
Der Sturm "Kyrill" in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 forderte 47 Todesopfer und führte u.a. zu Schließung von Kindergärten, Schulen, Universitäten, Behörden und Betrieben sowie zu erheblichen Beeinträchtigungen im Energie- und Verkehrssektor. Über eine Million Menschen waren an diesem Donnerstag zeitweilig ohne Strom, es mussten Flüge gestrichen, Fährverbindungen eingestellt, Straßen gesperrt und der Bahnverkehr in einigen Teilen Mitteleuropas nahezu vollständig eingestellt werden - darunter erstmals in der DB-Geschichte der gesamte Fernbahnverkehr - so dass zehntausende Reisende be-troffen waren. Am neuen Berliner Hauptbahnhof riss ein fast zwei Tonnen schwerer Stahl-träger ab und stürzte in die Tiefe. Der Bahnhof wurde vorsorglich evakuiert.

Besonders schwer waren die Wälder in NRW betroffen. Insgesamt fiel so viel Holz, wie sonst in drei Jahren in ganz NRW vermarktet wird, für viele Waldbauern und Waldbäue-rinnen wurde in einer Nacht die waldbauliche Arbeit einer ganzen Generation vernichtet. Hinzu kamen große Schäden an der Infrastruktur in NRW in einer geschätzten Höhe von über 500 Millionen Euro. Im Frühjahr 2007 hieß es noch, die Region sei hoffnungslos überfordert (so der Vorsitzende des Sauerland-Tourismus am 5. März 2007) und es sei aussichtslos, das gesamte Sturmholz abzutransportieren. Die insgesamt 15 Millionen Festmeter entsprächen rund 450.000 Lkw-Ladungen.

Mit einer Südwestfalenkonferenz unter Leitung von MP Rüttgers und Umweltminister Uh-lenberg im März 2007 in Siegen wurde ein mit 100 Millionen Euro ausgestattetes Kyrill-Sofortprogramm der NRW-Landesregierung aufgelegt. Daraus sind bislang 45,5 Millionen Euro an Geldern abgerufen worden, vor allem für die Wiederbewaldung der Kyrill-Flächen.

Dass nur rund die Hälfte der Gelder abgerufen wurden, ist - so eine aktuelle Meldung des NRW-Umweltministeriums - darin begründet, das in der Kalkulation des Sofortprogramms auch Folgekosten durch nachfolgende Stürme und Schäden durch Insektenbefall mit ein-berechnet waren. In der Regel fällt in den ersten Jahren nach einem säkularen Sturm-ereignis noch einmal die gleiche Menge an Holz an. Das blieb nach Kyrill aus, so dass ein großer Teil des bereitgestellten Geldes nicht benötigt wurde.

Das Kyrill-Sofortprogramm wurde als Ergebnis der Südwestfalenkonferenz der damaligen Landesregierung von CDU und FDP ergänzt durch ein Sonderkreditprogramm, über das mit vergünstigten Zinssätzen insgesamt 65 Millionen Euro an Krediten an Waldbesitzer und Holzindustrie ausgegeben wurden. Hinzu kommen zudem Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds von 101 Millionen Euro für Maßnahmen zur Reparatur der Infrastruktur. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese hatte entscheidenden Anteil daran, dass dafür Hilfsgelder der EU abgerufen werden konnten. Hieraus wurden zahlreiche Wege- und Straßeninstandsetzungsprogramme in Südwestfalen finanziert.

Vor Kyrill waren die betroffenen Sturmflächen im Privatwald zu 93 Prozent mit Nadelhöl-zern bepflanzt und zu sieben Prozent mit Laubholz. Zum Stichtag 1. Oktober 2011 stieg der Anteil der Laubhölzer auf den Kyrill-Flächen auf 43 Prozent, der Anteil an Nadelhölzern sank auf 57 Prozent.


Am vergangenen Donnerstag hat unser CDU Stadtverband zur einer weiteren Veranstaltung der Reihe "CDU vor Ort" eingeladen und die Kläranlage des Ruhrverbands besichtigt. 14 Millionen D-Mark wurden in die im Jahre 1999 errichtete Anlage in Balve investiert. Damit hat der Ruhrverband nicht nur Kapazitäten für rund 17.500 Einwohner geschaffen, sondern auch einen Lückenschluss im wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzept des Hönnetals erreicht.

Begonnen mit dem Abwasserhebewerk, über den Rechen bis hin zum Belebungsbecken, ist die Kläranlage in Balve auf ihrer 4,0 Hektar großen Fläche grundsolide aufgestellt. Es ist eine Anlage mittlerer Größe des Ruhrverbands, der rund 100 Kläranlagen entlang der Ruhr betreibt. Die Anlage verfügt über alle Möglichkeiten, die nach heutigen Standards verlangt werden, betont Dr. Klaus Kruse, der die Besuchergruppe durch die einzelnen Stationen der Wasseraufbereitungsanlage führte. Ein hoher Qualitätsstandard ist auch vor dem Hintergrund unangekündigter Kontrollen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUF) erforderlich, die zwölfmal jährlich erfolgen. "Wir machen das Wasser hier wieder schön", so Schüttler als Betreuer der Kläranlage in Balve und Binolen. 

 Wir freuen uns, das so viele interessierte Bürgerinnen und Bürger unserer Einladung gefolgt sind.

Nach nochmaliger Diskussion und neu gewonnener Erkenntnisse stimmt die CDU-Fraktion der zusätzlichen Aufwandsentschädigung für die Ausschussvorsitzenden der Ausschüsse („Schule, Kultur, Soziales, Sport“, „Betriebsausschuss“, „Umwelt, Planung, Bau“) zu. Diese Zustimmung basiert ausschließlich auf der rechtlichen Unsicherheit in dieser Frage. Da die von der Landesregierung vorgegebene Anpassung aber nach Meinung der CDU-Fraktion in Balve in keinem Verhältnis zu dem tatsächlichen Aufwand eines Ausschussvorsitzenden steht, werden die beiden Ausschussvorsitzenden Jörg Roland und Johannes Schulte das zusätzliche Geld für Ausschussvorsitzende an Vereine im Stadtgebiet spenden. 

 1kDie Sitzung des SKSS-Ausschusses (Schule, Kultur, Soziales und Sport) fand am vergangenen Mittwoch auf Initiative des Ausschussvorsitzenden Johannes Schulte in der Städt. Bücherei Balve statt.

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