Lorenz Schnadt: Populistische Äußerungen und Realitätsverlust

Schulte Johannes300Grote Guido Wahl300

Der Fraktionsvorsitzende der UWG, Lorenz Schnadt, hat auch in der aktuellen Diskussion um den Schulstandort in Balve-Langenholthausen wiederum die Ursachen und Folgen des sich so dramatisch ergebenden neuen Sachverhalts nicht verstanden:

Es ist die dramatische demographische Entwicklung, die eine neue Eingangsklasse nicht mehr entstehen lässt und nicht der effekthascherisch dargestellte nicht mehr vorhandene "Falke-Effekt" von 10-12 Schülern pro Klasse (wo diese Zahl auch in den vergangenen Jahren hergekommen sein soll, entzieht sich jeglicher vernünftiger Betrachtungsweise!).

Keine Frage: Engelbert Falke hat mit seinem Team in den vergangenen Jahren hervorragende und bewundernswerte Arbeit geleistet, die den guten Ruf der Grundschule Langenholthausen entscheidend mitgeprägt hat, aber auch das jetzige Kollegium genießt größte Wertschätzung
bei allen Eltern und leistet beispielhaften Einsatz.

Lieber Herr Schnadt: Populistische Äußerungen über einen möglichen Fortbestand der Grundschule bis zum endgültigen Auslauf helfen in der aktuellen Diskussion leider nicht weiter. Müssen wir uns nicht eher Sorgen machen, dass Ihrerseits ein zunehmender Realitätsverlust um sich greift, der eine argumentativ sachliche Auseinandersetzung vielleicht gar nicht mehr möglich macht?

Sie können doch nicht ernsthaft glauben, dass wir nicht bereits Gespräche mit den Pädagogen vor Ort gesucht haben, in denen wir uns in unserer Haltung eindeutig bestätigt gefühlt haben.
Eine Grundschule ab dem Schuljahr 2014/15 mit dann nur noch zwei Klassen stellt einen reibungslosen Unterrichtsbetrieb mit einem dann auch zahlenmäßig erheblich reduziertem Kollegium vor große pädagogische Probleme und ist auch aufsichtsrechtlich nur unter
großen Bedenken durchführbar.

Herr Schnadt, Sie werfen uns mangelnde Glaubwürdigkeit und Vertrauensverlust vor: Glaubwürdigkeit und Vertrauen erzielt man auch gerade dann, wenn man bei sich dramatisch verändernden Rahmenbedingungen den Zwang zum Handeln erkennt und nicht blind an unter völlig anderen Umständen aufgestellten Konzepten festhält und den Blick für die Realität verliert.

Das Thema Glaubwürdigkeit wird dann aber endgültig mit den Füßen getreten, wenn wir auf eine Bürger- und Informationsveranstaltung im letzten Jahr in LA zurückblicken, auf der Sie noch entschieden für eine sofortige Schließung der Grundschule eingetreten sind und
den Sinn einer angestrebten Verbundlösung in Zweifel gezogen haben.

Die Karawane, Herr Schnadt, ist doch längst weitergezogen; leider ohne Sie (denn auch ihre beiden im Schulausschuss vertretenen Parteikollegen haben mit ihren Stimmenthaltungen für den Auslauf der Grundschule in LA im Jahr 2014 gestimmt). Allein in der Wüste zurückzubleiben, das aber birgt bekanntlich große Gefahren!

Wir wollen in LA wie angekündigt mit der Bevölkerung vor Ort in den nächsten Monaten Möglichkeiten einer zukünftigen alternativen Gebäudenutzung beraten; von einer schnellen Vermarktung war und ist nicht die Rede.

Auch hier ist Ihre Hetze völlig deplaziert und nicht hilfreich; hilfreich wäre es, wenn Sie sich endlich auch einmal mit konstruktiven Vorschlägen in die Diskussion einbringen würden.
Eine permanente Anti-Haltung und demagogisches Auftreten sind dagegen nur schädlich.

Die weitere Entwicklung der Grundschulen in Beckum und Garbeck wird von uns selbstverständlich sehr genau beobachtet; aber auch hier sind Ihre Unterstellungen völlig kontraproduktiv und einer sachlichen Diskussion in keinster Weise dienlich. Beide vorgenannten Grundschulen arbeiten seit Jahren auf einem anerkannt hohen Qualitätsniveau und haben daher bei positivem Elternwahlverhalten durchaus noch Chancen auf den langfristigen Erhalt.

Und ein Letztes, Herr Schnadt: Ihr Vorwurf der mangelnden Verlässlichkeit uns gegenüber, was den weitere Fortbestand von Haupt- und Realschule betrifft, ist der Gipfel an Dreistigkeit und unglaublichen Unterstellungen Ihrerseits in den vergangenen Monaten.

Wenn das von uns favorisierte Angebotsmodell der kooperativen Sekundarschule aufgrund des Elternvotums nicht zustande kommen sollte (wir stellen noch einmal unmissverständlich fest: Hier handelt es sich um eine Wahlmöglichkeit der Eltern!), werden wir selbstverständlich alles in unserer Macht stehende tun, um den Fortbestand von Haupt-
und Realschule so lange wie möglich zu sichern und unseren Kindern ein Bildungsangebot vor Ort in Balve zu erhalten.

Dass diese beiden Schulformen bei Einführung einer Sekundarschule definitiv auslaufen und nicht wie von Ihnen propagiert sofort geschlossen werden, ergibt sich schon aus den gesetzlichen Vorgaben! Aber auch dies wird von Ihnen wider besseren Wissens ignoriert! Hauptsache man hat die Eltern erstmal wieder ordentlich verunsichert!

Zweifel zu streuen und mit den Ängsten der Eltern zu spielen ist sowohl grob fahrlässig als auch völlig verantwortungslos der Stadt Balve gegenüber.

Uns kommen vermehrt Zweifel auf, ob Sie dieser Verantwortung noch gerecht werden können.


Johannes Schulte                                    
Vorsitzender CDU-Fraktion   

Guido Grote
Vorsitzender CDU-Stadtverband