Stellungnahme der CDU-Ortsunion Langenholthausen zur aktuellen Entwicklung am Schulstandort Balve-Langenholthausen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Eltern,

Die CDU-Ortsunion hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt massiv und erfolgreich für den Erhalt des Schulstandortes Balve-Langenholthausen eingesetzt. Auch Dank der überwältigenden Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen Langenholthausen und Mellen gelang es zuletzt - gegen den deutlichen Widerstand der zuständigen Schulbehörden - den Fortbestand der Grundschule als Teilstandort im Grundschulverbund Balve/Langenholthausen zu sichern.

Wir selbst sind bis vor wenigen Wochen davon ausgegangen, zumindest für die nächsten 3 Jahre die erforderlichen Schülerzahlen für die Errichtung einer Eingangsklasse vorweisen zu können. Die Realität und insbesondere das Ergebnis des mittlerweile abgeschlossenen Anmeldeverfahrens haben aber gezeigt, dass uns die demographische Entwicklung nahezu überrollt.

Selbst die im Fall von Teilstandorten in Ausnahmefällen reduzierte Mindestklassenstärke von 15 Schülern wurde deutlich verfehlt. Dies liegt sicherlich auch in der Tatsache begründet, dass der Schulstandort Langenholthausen nicht mehr - wie in der Vergangenheit sehr erfolgreich praktiziert - allein das Angebot der integrativen Beschulung vorhält und vor diesem Hintergrund große Anziehungskraft auch auf Schülerinnen und Schüler außerhalb des direkten Einzugsgebietes von Langenholthausen, Mellen und Balve-Süd ausgeübt hat.

Gemäß aktueller Vorgaben des Schulgesetzes muss der integrative Unterricht an allen Grundschulstandorten angeboten werden; zwangsläufig hat sich damit das Schülerpotenzial für den Schulstandort LA weiter deutlich reduziert.

In diesem Zusammenhang und aufgrund aktualisierter Schülerzahlprognosen ist zudem nicht davon auszugehen, dass sich der Schülerstrom nach Langenholthausen wieder deutlich erhöht. Wir als politische Vertreter dürfen vor diesen Realitäten nicht die Augen verschließen.

Und wir haben schon in der Bürgerversammlung in der Schreinerei Allhoff im vergangenen Jahr klar zum Ausdruck gebracht, dass die Grundschule LA nur solange existieren kann, wie dort die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestschülerzahlen erreicht werden. Nur unter
dieser Bedingung ist anschließend der Errichtung eines Grundschulverbundes Balve/LA zugestimmt worden.

Eine aktuell im Düsseldorfer Landtag mit rot-grüner Mehrheit beratene Schulgesetz-Änderung engt zudem unsere Handlungsmöglichkeiten noch stärker ein: Jede Stadt muss eine "kommunale Klassenrichtzahl" festlegen; diese berechnet sich aus der Zahl der tatsächlich für das Stadtgebiet vorliegenden Anmeldungen geteilt durch den landesweit geltenden Klassenfrequenzrichtwert von 23 Schülern pro Klasse. Aufgrund dieser vorgeschriebenen Rechenformel kommt die Stadt Balve bei insgesamt 88 Anmeldungen auf 4 Eingangsklassen; die Einrichtung einer fünften Eingangsklasse wie im vergangenen Jahr ist somit nicht
mehr zulässig. Damit hat die rot-grüne Landesregierung den Handlungsspielraum der ländlichen Gemeinden durch die Hintertür wieder erheblich eingeschränkt.

Wir haben uns als Vertreter der Ortsunion LA in der Gesamtfraktion ausdrücklich für eine Weiterführung des Schulstandortes über das kommende Jahr hinaus bis zum Sommer 2014 stark gemacht und damit breite Unterstützung bei unseren Parteikollegen erfahren. Ziel soll es damit sein, in Abstimmung mit den verantwortlichen Lehrkräften und den beteiligten Eltern in Ruhe einen geordneten und pädagogisch sinnvollen Übergang auf den zukünftig alleinigen Schulstandort Balve vorzubereiten.

Eine Weiterführung des Standortes LA mit dann nur noch zwei Schulklassen ist auch nach Rücksprache mit den Lehrkräften vor Ort pädagogisch nicht vertretbar.

Gleichzeitig wollen wir in intensiver Diskussion mit der Dorfbevölkerung über mögliche Alternativen der Schulgebäudenutzung beraten; insbesondere vor dem Hintergrund der bisherigen intensiven Nutzung von Gebäudeteilen durch die örtlichen Vereine (TUS, KfD). Dazu werden wir bereits zu Beginn des Jahres zu einer Bürgerversammlung einladen, um gemeinsam die neue Situation zu beraten.

Wir bitten abschließend alle Beteiligten nochmals um eine objektive und realistische Beurteilung des beschriebenen Sachverhaltes. Wir werden alles im Rahmen unserer Möglichkeiten tun, um der Schule, den Lehrern, Eltern und insbesondere den Schülerinnen und Schülern vor Ort eine optimale Lehr- und Lernatmosphäre bis zum Zeitpunkt der Aufgabe des Schulstandortes zu gewährleisten.

Tobias Müller
CDU-Ratsmitglied

Guido Grote
Vorsitzender CDU-Ortsunion