Junge Union erlebt Kernkraft hautnah

Die kontroverse Diskussion um die friedliche Nutzung der Kernenergie regte die Junge Union Balve dazu an, sich selbst ein Bild von der Kernkraftwerkstechnik zu machen. Auf Einladung schlossen sich auch zahlreiche Mitglieder der CDU-Balve der Kraftwerksbesichtigung am Samstag an. In einem 90 minütigen Vortrag veranschaulichte der zuständige Vertreter des Betreibers e-on, Herr Siepenkort, die Kerntechnik und Energiepolitik. In der anschließenden  lebhaften Diskussion wurde detailliert  auf die Fragen der Sicherheit und die Realisierbarkeit eines Atomausstiegs eingegangen. So kam man zu der Erkenntnis, dass mit den deutschen Atomkraftwerken die international sichersten und leistungsfähigsten Energieproduzenten ihrer Art vor der Abschaltung stehen. So hält das AKW Grohnde den Weltrekord der Jahresstromproduktion mit 12,53 Milliarden Kilowattstunden , was die Zuverlässigkeit der ausgereiften Technik eindrucksvoll belegt. Durchschnittlich ergeben sich damit klimaschonende CO2-Einsparungen in Höhe von 11 Millionen Tonnen pro Jahr. Gerade vor dem Hintergrund der internationalen Verpflichtungen Deutschlands, seine CO2-Emissionen signifikant zu verringern, scheint der politisch beschlossene Verzicht auf die saubere Kernenergie illusorisch. Zudem macht sich Deutschland, das 25% seines Energiebedarfs mit Kernenergie deckt, mittelfristig von Atomstromimporten abhängig.

Nach der Theorie wurde es für die Balver ernst. Zwei 150m hohe Kühltürme, 540 Tonnen schwere Reaktorbehälter, 308 Grad Celsius heißes Druckwasser, 175 bar Druck, 2.000.000 PS starke Turbinen und 2 Meter dicke Stahlbetonwände: all das erlebte die JU-Balve bei ihrer Führung durch die Kraftwerksgebäude hautnah. Doch wer reges Treiben erwartet hatte, wurde erneut beeindruckt. So fährt das Kraftwerk vollautomatisch und ohne menschliches Zutun. Lediglich in der Schaltzentrale überwachen knapp ein Dutzend Techniker den Betrieb. Personalintensiv hingegen ist die Absicherung des Geländes nach außen, die von fast 100 Angestellten gewährleistet wird.

So verließ die Balver Unionsgruppe das Kernkraftwerk Grohnde voller neuer Eindrücke und der Frage, wie sich die energiepolitische Zukunft der Bundesrepublik gestalten wird.